Liefen wir alle barfuss durch die Steppe, wir hätten keine Fußprobleme. Doch da die Wege des Internetzeitalters asphaltiert sind und die Füße in Schuhen stecken, haben wir Knick-, Senk- und Spreizfüße. Deswegen sollten die besten Schuhe gut genug sein, gerade beim Sport.
Füße werden fürchterlich gequält. Eingezwängt in engen Schuhen, gibt es tagein tagaus harte Schläge von harten Bodenmaterialien, die allzu oft durch harte Sohlen direkt weiter gegeben werden. Und weil der Mensch ein ganzheitliches Wesen ist, haben nicht nur die Füße etwas davon. Wer schief steht und geht, belastet den gesamten Körper einseitig. Das kann zu Problemen mit Knien, Hüfte, Wirbelsäule und Nacken führen. Selbst Verspannungskopfschmerz hat seine Ursache oft am Boden.
Deshalb ist es auch so wichtig, gute Schuhe zu tragen. Doch was zeichnet gute Schuhe aus? Zu weich ist ebenso schädlich wie zu hart. Wer es ganz genau wissen will, sollte zu einer Lauf- und Ganganalyse gehen. Orthopädisch geschulte Sportmediziner stellen ihre Patienten auf Laufbänder und filmen deren Gang und Laufstil. In der anschließenden Auswertung zeigt Kollege Computer mit Unterstützung der Zeitlupe auf, wo der Schuh drückt. Tipp: Abgelaufene Straßenschuhe mitnehmen, daran erkennt der Experte schnell, wie es um das jeweilige Gangwerk bestellt ist.
Die Möglichkeiten der modernen Orthopädie, bei Fehlstellungen einzugreifen, sind enorm. Das beginnt bei Einlegesohlen aus speziellen Schaummaterialien, die so dünn wie eine Ledersohle sind, doch einen ungleich höheren Federungseffekt haben. Auch spezielle Gymnastik kann viel korrigieren. Doch die Krone dieser handwerklichen Kunst sind spezielle Einlagen, die sich millimetergenau den Problemzonen des Fußes annehmen. Computerunterstützte Auswertungen der Druckverteilung auf der Lauffläche zeigen dem Experten, wo und wie fein er nachmodellieren muss. Solch spezielle Einlagen sind nicht ganz billig, doch eigentlich sollte sich jeder so etwas gönnen, auch wenn bisher keine Beschwerden aufgetreten sind. Schließlich gehören Rückenleiden zu den großen Volkskrankheiten des 21. Jahrhunderts.
Besonders wichtig sind optimale Einlagen in Laufschuhen. Denn der Mensch ist einfach nicht dafür gemacht, bis zu 42 Kilometer am Stück über harten Asphalt zu rennen. Barfuss in der Steppe wäre das etwas anderes. Deshalb investiert die Sportindustrie viel Geld in die permanente Weiterentwicklung ihrer Schuhe, um Festigkeit und Komfort weiter zu optimieren. Wenn dann noch die Einlage passt, steht dem nächsten City-Marathon eigentlich nur noch der innere Schweinehund im Weg.
(ecada/Peter Hemke)








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